Oh Frankreisch, oh Frankreisch ...

Die beruflichen Aufgaben bei Airbus haben mich mal wieder in das herrliche Süd-West-Frankreich verschlagen, bereits zum zweiten mal. Während bei meiner ersten Aufenthalt die Betreuung der Beluga Endmontage und des Flugversuchs sowie das kleine Apartment doch die fliegerischen Aktivitäten etwas begrenzten, erlaubt die Tätigkeit in der Endmontage und Auslieferung der A320 nun eine rege Flugaktivität. Bereits in der vorläufigen Hotelunterkunft wurde der erste Segelflieger aus französischer Herkunft fertig gestellt. Eine kleiner Segler der „60 Inch“ Klasse in ungewöhnlicher Bauweise: Der Tragflügel besteht aus einem feinporigen Styroporkern und einer GFK-Haut, die ungewöhnlich gut mit dem Kern verklebt ist. Mich hatte ein franz. Modellflieger, den ich aus meiner zweijährigen Beluga Aufenthalt noch kannte, zu einem Hang mitten in Toulouse geführt, an dem in ganz ungezwungener Weise in einem Naherholungsgebiet in unmittelbarer Nähe zu einer großen Chemie-Fabrik (die am 21. September 2001 unrühmliche Bekanntheit erlangte) mit diesem Segelflugzeugtyp geflogen wird. Die Verarbeitung ist zwar rudimentär (grobe Nasenkante und nicht ganz saubere Rumpftrennlinie) aber die Flugleistungen waren erstaunlich und bauweisenbedingt ist dieser Flieger „fast unzerstörbar“.
Das war der Anfang einer Fliegerfreundschaft mit Alexis Maréchal, dem Konstrukteur und Hersteller einer  kleinen Familie von sehr leistungsfähigen und robusten Segelflugzeuge. Das Aussehen ist ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig, wird aber im täglichen Einsatz am Hang als klar sinnvoll und nützlich empfunden.

Gemeinsam mit Marcel Guwang, der die Profile entwirft, werde ich überredet, an meinem ersten Hangwettbewerb teilzunehmen (F3F und 60 Inch). Das war der Beginn einer häufigen Teilnahme an F3F und 60 Inch Wettbewerben im Rahmen des franz. Modellflugverbandes (FFAM). Diese Wettbewerbe finden in einer sympathischen Atmosphäre statt und Samstag Abend wird natürlich zünftig und ortsüblich gegessen und gefeiert.

Auf dem Rückweg in das Hotel erflogt natürlich Nachtflug mit einem Twin Star oder, bei abschüssiger Straße wird im Scheinwerferlicht vor dem rollenden Auto geflogen! So kann man übrigens hervorragend die Gleiteigenschaften und die minimalen Geschwindigkeiten ermitteln. Gibt aber unangenehme Fragen, wenn die Ordnungshüter auftauchen!! Dazu braucht es natürlich gute Nerven und ein gelassenes Verhältnis zu Schrammen im Lack. Da ich aber meine Flieger bekanntlich sehr mag, fahre ich dann vorwiegend das Auto.
Diese F3F Wettbewerbe haben ein stattliches Ausmaß angenommen und blicke ich auf 4. Plätze bei den franz. Meisterschaften sowie zwei Qualifikationen zum bekannten Viking-Rennen zurück, daß übrigens im Oktober 2004 auf der Insel Rügen ausgetragen wird.

Scale und Schlepp:
Lothars legendäre Burda Piper ist mittlerweile fester Bestandteil der franz. Schleppszene und hat bereits viele hundert Liter Benzingemisch in herrliche Schlepps umgewandelt, immer bewundert wg. des geringen Lärms, des starken Durchzugs und des schönen Aussehens!!

Ein anderer franz. Modellflieger-Freund überzeugte mich zu Beginn 1999, doch an den franz. Scale Meisterschaften für Segelflugzeuge mit meiner ASW15B teilzunehmen. Mit dem Versprechen, daß abends ebenfalls herrlich gefeiert wird, folgte ich der Idee, was auf Anhieb zu einem 4. Platz führte und dem tiefsten Looping in der franz. Scale-Geschichte, da die Anfangs- und Endhöhe dieser Figur sauber in Augenhöhe der Schiedsrichter lag, ohne dabei aufstehen zu müssen! Totenstille bei der Zuschauern und Piloten und tobender Beifall nach sauberer und präziser Landung, anerkennender Blick durch die Schiedsrichter, aber ordentlicher Abzug bei der „Realitäts-Note“!! Merde.

Nach mehreren Einsätzen der AS15, die jeweils mit dritten Plätzen endeten, setzte ich in 2003 meine Pilatus B4 (Quelle Reimer Modelltechnik, Erstbesitzer Langwieler, Unfall Bodenstein und schwere Instandsetzung Scaleausbau durch den Autor) ein, was dann nach herrlichen Flügen mit sauberen Kunstflugeinlagen den ersten Platz und den Titel als franz. Meister einbrachte!

Nach mehreren Einsätzen der AS15, die jeweils mit dritten Plätzen endeten, setzte ich in 2003 meine Pilatus B4 (Quelle Reimer Modelltechnik, Erstbesitzer Langwieler, Unfall Bodenstein und schwere Instandsetzung Scaleausbau durch den Autor) ein, was dann nach herrlichen Flügen mit sauberen Kunstflugeinlagen den ersten Platz und den Titel als franz. Meister einbrachte! Der franz. Verband und Europa machen es möglich!!
Besonderen Spaß macht auch der Segelkunstflug, der auch in Frankreich sich zunehmender Beliebtheit erfreut! Die B4 spielt auch hier eine Schlüsselrolle, in einer Kür mit Rauchpatronen und Musik!
Man/Frau sieht deutlich, fliegen in Frankreich macht viel Spaß, die Menschen sind extremst gastfreundlich und es wird ordentlich mit franz. Essen und Wein gefeiert. Da erklärt auch die Redewendung „Fliegen wie Gott in Frankreich“ von selbst!!

Mit fliegerischem Gruß aus dem Süd-Westen Frankreichs

Andréas

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